
Energieversorgung & -verteilung
Energien intelligent leiten, Zukunft sicher gestalten
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Bemessungsstrom bis zu 2.000 A bei bis zu DC 2.000 V
Betriebsklassen gBat / aBat gemäß IEC 60269-7 & UL 248-21
Geeignet für Bank‑, Rack‑ und Modul‑Anwendungen
Intro
Damit Strom aus erneuerbaren Quellen wie Wind und Sonne zuverlässig genutzt werden kann, muss das Stromnetz nicht nur ausgebaut, sondern auch umfassend modernisiert und digitalisiert werden.
Der Umbau und die Erweiterung der Stromnetze sind essenziell für das Gelingen der Energiewende und die Erreichung der Klimaneutralität. Dabei treten zahlreiche Herausforderungen auf, die sowohl technische als auch wirtschaftliche und gesellschaftliche Auswirkungen haben.
Die Lösung: NH- und HH-Sicherungen
NH- und HH-Sicherungen stabilisieren das Stromnetz, indem sie Netzabschnitte zuverlässig vor Überlast und Kurzschluss schützen und fehlerhafte Bereiche schnell abschalten. Sie ermöglichen eine sichere Integration dezentraler Erzeuger wie PV-Anlagen, unterstützen die Rückspeisung im Nieder- und Hochspannungsbereich und verhindern Schäden durch Netzrückwirkungen. Durch gezielte Fehlerbegrenzung verbessern sie die Wiederherstellungszeiten und erhöhen die Gesamtresilienz des Netzes.
Gleichzeitig fördern moderne Sicherungssysteme die Digitalisierung und Automatisierung der Netzführung, erlauben eine dynamische Lastverteilung und reduzieren teure Eingriffe. Im privaten Umfeld schützen NH-Sicherungen Hausinstallationen, erleichtern den Anschluss von Erzeugern und Verbrauchern und sorgen für eine stabile Versorgung. Standardisierte Sicherungstechnik beschleunigt Genehmigungs- und Anschlussprozesse, reduziert Risiken und stärkt das Vertrauen von Investoren und Projektentwicklern.
NH- und HH-Sicherungen sind damit weit mehr als klassische Schutzkomponenten, sie sind strategische Werkzeuge für einen sicheren, flexiblen und zukunftsfähigen Netzausbau. Sie helfen, technische Herausforderungen der Energiewende zu bewältigen, wirtschaftliche Risiken zu minimieren und die Versorgungssicherheit für alle Beteiligten zu garantieren.
All diese Vorteile entfalten sich jedoch nur, wenn die Sicherung korrekt ausgewählt und passend zur Anwendung dimensioniert wird – denn nur die richtige Sicherung gewährleistet maximale Netzstabilität, Schutzwirkung und Zukunftssicherheit.
Zugleich gilt: Ohne einen zügigen Netzausbau können selbst leistungsfähige Schutzsysteme nur eingeschränkt wirken. Verzögerungen gefährden die Versorgungssicherheit, erhöhen die Kosten für Endverbraucher und erschweren die Integration erneuerbarer Energien. Daher ist der kombinierte Einsatz aus modernem Netz und richtig ausgewählten Hoch- und Niederspannungssicherungen eine technische Notwendigkeit für ein klimaneutrales Energiesystem.
Die Herausforderungen
- Netzüberlastung und Instabilität - Die bestehende Infrastruktur ist nicht auf die stark schwankende Einspeisung dezentraler Erzeuger ausgelegt. Dies führt zu Spannungsproblemen und erhöhtem Risiko für Netzstörungen.
- Abregelung erneuerbarer Energien - Strom aus Wind und Sonne kann nicht eingespeist werden, obwohl er verfügbar wäre – ein ökologisches und wirtschaftliches Problem.
- Versorgungsunsicherheit - Spannungsschwankungen und lokale Stromausfälle gefährden die Versorgung – besonders in Regionen mit hoher Einspeisung.
- Steigende Strompreise - Ineffiziente Netzsteuerung und Redispatch-Maßnahmen erhöhen die Kosten, die über Netzentgelte an Verbraucher weitergegeben werden.
- Verzögerte Elektrifizierung des Alltags - Wärmepumpen, E-Mobilität und private PV-Anlagen können nicht optimal genutzt werden, wenn das Netz nicht mitwächst.
- Wirtschaftliche Verluste für Anlagenbetreiber - Verzögerte Netzanschlüsse und technische Einschränkungen gefährden Investitionen und Geschäftsmodelle.
Neben der direkten Behebung technischer Probleme leisten NH- und HH-Sicherungen auch einen Beitrag zu übergeordneten Zielen:
Die Lösung heißt ICS!
Die rasant steigende Zahl lokaler Einspeise- und Entnahmepunkte bei der Nutzung erneuerbarer Energien – durch Wasser-, Wind- und Solarkraftanlagen sowie Ladestationen und leistungsstarke Batteriespeichersysteme – führt zu stark wechselnden Lasten im Stromnetz.
Bei bestimmten elektrischen Komponenten, wie zum Beispiel HH-Sicherungen, können diese Lastwechsel eine vorzeitige Materialermüdung und damit verkürzte Wartungsintervalle und sogar Anlagenausfälle verursachen.
Wir erhöhen die Anlagenverfügbarkeit – mit Sicherungen, die dieser Belastung einfach standhalten. ICS®-Technologie für höhere Anlagensicherheit. Um die Beanspruchung effektiv abzusichern, hat SIBA HH-Sicherungen mit innovativer ICS®-Technologie (Increased Cyclic Stability) entwickelt. Sie sind mit einem neuartigen Schmelzelement ausgestattet, das die Wechsellaststabilität im Vergleich zu konventionellen Sicherungen signifikant erhöht. Durch seine spezielle Struktur kompensiert das ICS®-Schmelzelement selbst stark wechselnde thermische Belastungen und garantiert damit auch unter anspruchsvollen zyklischen Laststrombedingungen höchste Funktionssicherheit und Langlebigkeit. SIBA HH-Sicherungen mit ICS®-Technologie sind für Nennspannungen ab 6/12 kV und Nennströme ab 63 A lieferbar.
Hier die wichtigsten Vorteile auf einen Blick:
- Längere Inspektionsintervalle
- Verlängerung der Lebensdauer
- Geringere Inspektions- und Wartungskosten
- Erhöhte Sicherheit vor Anlagenausfällen
Hochspannungs-Hochleistungs-Sicherungen mit ICS®-Technologie mit optimierter Wechsellaststabilität. Speziell entwickelt für den Einsatz mit erneuerbaren Energien. Eine Sicherungstechnik die dabei hilft, laufende Betriebskosten zu senken und die Anlagenverfügbarkeit zu verbessern.


Die SSK-Technik (LastSchalter-Sicherungs-Kombination) stellt eine spezialisierte Form der Hochspannungssicherung dar, die insbesondere für den Schutz von Netztransformatoren in Mittelspannungsnetzen entwickelt wurde. Ihr technischer Aufbau basiert auf einem robusten Keramik-Isolierrohr, das hohen Temperaturen und Innendrücken standhält, einer Quarzsandfüllung zur Lichtbogenlöschung sowie einem Schmelzleiter aus hochreinem Silber, der durch gezielte Engstellen ein schnelles und kontrolliertes Abschaltverhalten ermöglicht. Ein zentraler Bestandteil ist der temperaturbegrenzende Schlagstift, der bei Überhitzung auslöst und die Schaltanlage zur allpoligen Abschaltung triggert.
Für Anlagen- und Netzbetreiber ergeben sich aus der Anwendung der SSK-Technik zahlreiche Vorteile. Besonders hervorzuheben ist die hohe Betriebssicherheit durch die schnelle Fehlerstrombegrenzung, die Schäden effektiv verhindert. Die Sicherungen reagieren innerhalb weniger Millisekunden und reduzieren die Lichtbogenenergie auf ein Minimum. Gleichzeitig sorgt der temperaturbegrenzende Schlagstift dafür, dass auch thermische Überlastung erkannt und zuverlässig abgeschaltet wird – ein entscheidender Vorteil in gekapselten Schaltanlagen mit eingeschränkter Wärmeabfuhr.
Ein weiterer Nutzen liegt in der normgerechten Absicherung. SSK-Sicherungen erfüllen sowohl die Anforderungen der VDE 0670-402 für den Transformatorschutz als auch die Vorgaben der VDE 0671-105 für die Koordination mit Lastschalter-Sicherungs-Kombinationen. Sie ermöglichen eine sichere und selektive Staffelung zu nachgeschalteten Schutzorganen wie NH-Sicherungen, selbst bei schwierigen Netzparametern wie hoher Kurzschlussspannung oder kurzen Schalteröffnungszeiten.
Auch thermisch überzeugen SSK-Sicherungen durch ihre optimierten Eigenschaften. Sie weisen eine teils reduzierte Verlustleistung auf, was zu geringerer Erwärmung und damit zu einer längeren Lebensdauer der Komponenten führt. Da sie baugleich mit Standard-HH-Sicherungen sind, lassen sie sich problemlos nachrüsten und sind international anerkannt – viele Schaltanlagenhersteller führen sie bereits in ihren Empfehlungslisten.
Nicht zuletzt leisten SSK-Sicherungen auch einen Beitrag zum Umweltschutz. Sie sind vollständig recycelbar, und über das flächendeckende Rücknahmesystem des NH/HH-Recycling e.V. wurden bereits hunderte Tonnen Kupfer und mehrere Tonnen Silber zurückgewonnen. Dies spart nicht nur Ressourcen, sondern auch erhebliche Mengen an Energie und CO₂-Emissionen.
Die Energiewende stellt die Energienetze Europas vor enorme Herausforderungen. Aus diesem Grund entwickeln wir als innovatives, in Deutschland produzierendes Unternehmen neue leistungsstarke Lösungen für die Zukunftssicherheit Ihrer Anlagen und Systeme. Mit der neuen COMPACT SIZE Produktlinie wurden die bewährten SIBA HH-Sicherungseinsätze bei identischen elektrischen Bemessungswerten und gleichem Stichmaß „e“ in einem kleineren Rohrdurchmesser qualifiziert.
Das bietet eine ganze Reihe überzeugender Vorteile:
- Ressourcenschonung durch Einsparung von Metallen, Keramik und Sand
- Reduzierter Logistikaufwand durch geringeres Einsatzgewicht und kompaktere Abmessungen
- Identische Funktions- und Sicherheitsleistung
- Einhaltung bestehender Normen - durch unabhängige Prüfinstitute nachgewiesen

Folgende SIBA HH-Sicherungseinsätze COMPACT SIZE sind als neue Standardartikel lieferbar:
Experten-Tipp
Praktisches Vorgehen bei der Auswahl einer HH-Sicherung
- Netzspannung und Betriebsstrom bestimmen
- Einschalt- und Kurzschlussströme berücksichtigen
- Einschaltstrom: 6–20× Nennstrom für ca. 0,1 s
- Kurzschlussstrom: aus Kurzschlussspannung berechnen (z. B. bei uₖ = 4 % → Iₖ = 25× Nennstrom).
- Sicherung muss Einschaltstrom überstehen und Kurzschlussstrom innerhalb von 2 s abschalten
- Sicherungstyp wählen: Teil-, Viel- oder Ganzbereich (Verlinkung zur jeweiligen Erläuterung hilfreich Auf der Website platziert oder einfacher Download)
- Zeit/Strom-Kennlinie auf Selektivität und thermische Belastung prüfen
- Einbauumgebung berücksichtigen. Derating aufgrund Kapselung notwendig?
- Optional: Benötige ich einen temperaturbegrenzenden Schlagstift? Brauche ich ein SSK- und/oder ICS-Typ?Einschalt- und Kurzschlussströme berücksichtigen

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Dipl. Ing. (FH) Dieter Franke
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