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Energieversorgung & -verteilung

Energien intelligent leiten, Zukunft sicher gestalten

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Bemessungsstrom bis zu 2.000 A bei bis zu DC 2.000 V
 

Betriebsklassen gBat / aBat gemäß IEC 60269-7 & UL 248-21
 

Geeignet für Bank‑, Rack‑ und Modul‑Anwendungen

Intro

Die Energieverteilung ist ein zentrales Element für das Gelingen der Energiewende

Damit Strom aus erneuerbaren Quellen wie Wind und Sonne zuverlässig genutzt werden kann, muss das Stromnetz nicht nur ausgebaut, sondern auch umfassend modernisiert und digitalisiert werden.

Der Umbau und die Erweiterung der Stromnetze sind essenziell für das Gelingen der Energiewende und die Erreichung der Klimaneutralität. Dabei treten zahlreiche Herausforderungen auf, die sowohl technische als auch wirtschaftliche und gesellschaftliche Auswirkungen haben.

Die Lösung: NH- und HH-Sicherungen

NH- und HH-Sicherungen stabilisieren das Stromnetz, indem sie Netzabschnitte zuverlässig vor Überlast und Kurzschluss schützen und fehlerhafte Bereiche schnell abschalten. Sie ermöglichen eine sichere Integration dezentraler Erzeuger wie PV-Anlagen, unterstützen die Rückspeisung im Nieder- und Hochspannungsbereich und verhindern Schäden durch Netzrückwirkungen. Durch gezielte Fehlerbegrenzung verbessern sie die Wiederherstellungszeiten und erhöhen die Gesamtresilienz des Netzes.

Gleichzeitig fördern moderne Sicherungssysteme die Digitalisierung und Automatisierung der Netzführung, erlauben eine dynamische Lastverteilung und reduzieren teure Eingriffe. Im privaten Umfeld schützen NH-Sicherungen Hausinstallationen, erleichtern den Anschluss von Erzeugern und Verbrauchern und sorgen für eine stabile Versorgung. Standardisierte Sicherungstechnik beschleunigt Genehmigungs- und Anschlussprozesse, reduziert Risiken und stärkt das Vertrauen von Investoren und Projektentwicklern.

NH- und HH-Sicherungen sind damit weit mehr als klassische Schutzkomponenten, sie sind strategische Werkzeuge für einen sicheren, flexiblen und zukunftsfähigen Netzausbau. Sie helfen, technische Herausforderungen der Energiewende zu bewältigen, wirtschaftliche Risiken zu minimieren und die Versorgungssicherheit für alle Beteiligten zu garantieren.

All diese Vorteile entfalten sich jedoch nur, wenn die Sicherung korrekt ausgewählt und passend zur Anwendung dimensioniert wird – denn nur die richtige Sicherung gewährleistet maximale Netzstabilität, Schutzwirkung und Zukunftssicherheit.

Zugleich gilt: Ohne einen zügigen Netzausbau können selbst leistungsfähige Schutzsysteme nur eingeschränkt wirken. Verzögerungen gefährden die Versorgungssicherheit, erhöhen die Kosten für Endverbraucher und erschweren die Integration erneuerbarer Energien. Daher ist der kombinierte Einsatz aus modernem Netz und richtig ausgewählten Hoch- und Niederspannungssicherungen eine technische Notwendigkeit für ein klimaneutrales Energiesystem.

Sprechen Sie uns an

 

Die Herausforderungen

  • Netzüberlastung und Instabilität - Die bestehende Infrastruktur ist nicht auf die stark schwankende Einspeisung dezentraler Erzeuger ausgelegt. Dies führt zu Spannungsproblemen und erhöhtem Risiko für Netzstörungen.
  • Abregelung erneuerbarer Energien - Strom aus Wind und Sonne kann nicht eingespeist werden, obwohl er verfügbar wäre – ein ökologisches und wirtschaftliches Problem.
  • Versorgungsunsicherheit - Spannungsschwankungen und lokale Stromausfälle gefährden die Versorgung – besonders in Regionen mit hoher Einspeisung.
  • Steigende Strompreise - Ineffiziente Netzsteuerung und Redispatch-Maßnahmen erhöhen die Kosten, die über Netzentgelte an Verbraucher weitergegeben werden.
  • Verzögerte Elektrifizierung des Alltags - Wärmepumpen, E-Mobilität und private PV-Anlagen können nicht optimal genutzt werden, wenn das Netz nicht mitwächst.
  • Wirtschaftliche Verluste für Anlagenbetreiber - Verzögerte Netzanschlüsse und technische Einschränkungen gefährden Investitionen und Geschäftsmodelle.

Neben der direkten Behebung technischer Probleme leisten NH- und HH-Sicherungen auch einen Beitrag zu übergeordneten Zielen:

  • Standardisierung und Interoperabilität: Sie sind weltweit etabliert und kompatibel mit verschiedenen Netzsystemen. 
  • Nachhaltigkeit: Moderne Sicherungen sind langlebig, wartungsarm und zunehmend recyclingfähig. 
  • Resilienz gegenüber Klimarisiken: Sie schützen Netze auch bei Extremwetterereignissen zuverlässig.
  • Grenzüberschreitende Koordination: Ihre Standardisierung erleichtert den weltweiten Netzausbau.

Im Fokus

Absicherung von Netztransformatoren: primär- und sekundärseitig die richtige Wahl treffen

Ein unverzichtbarer Bestandteil der Stromnetz-Topologie sind Transformatoren, zu beschreiben als anspruchsvolle, ruhende elektrische Maschinen.
Anspruchsvoll ist auch der Einschaltvorgang, es entstehen hohe Ströme, bei dem die Sicherung nicht abschalten darf. Andererseits gilt es, den Stromkreis sicher zu trennen, wenn zu lange zu hohe Ströme fließen.

Normen geben hier lediglich allgemeine Empfehlungen – dank unserer langjährigen Erfahrung wissen wir aber sehr genau, für welche Wechselfälle welche Sicherung passt. So sind Schaltanlagen, Transformatoren und Menschen in Sicherheit. 
 

Ein zentraler Baustein der Schutzstrategie ist die Integration von HH-Sicherungen in geeignete Schaltgeräte.

Typische Einsatzbereiche sind: 

  • Schaltanlagen, die eine hohe Betriebssicherheit und Automatisierung bieten und bevorzugt in komplexen Energieversorgungsnetzen eingesetzt werden.
  • Lastschalter-Sicherungs-Kombinationen, die eine kostengünstige und kompakte Lösung für dezentrale Trafostationen und Industrieanlagen darstellen.
     

Gut zu wissen: Die SSK-Sicherung (LastSchalter-Sicherungs-Kombination) stellt eine spezialisierte Form der Hochspannungssicherung dar, die insbesondere für den Schutz von Netztransformatoren in Mittelspannungsnetzen entwickelt wurde.

Diese Konzepte bilden die Grundlage für den nächsten Schritt: die gezielte Absicherung von Netztransformatoren, bei der die Wahl des Schutzkonzeptes A, B oder C sowie die Abstimmung zwischen Primär- und Sekundärseite entscheidend für Selektivität, Wirtschaftlichkeit und Betriebssicherheit sind.
 

Unterschiedliche Schutzkonzepte

Typ A

  • Primärseite Hochspannungs-HH-Sicherung, Sekundärseite NH gTr (transformatorzentriert).
  • Schutzkonzept gemäß DIN VDE 0670 Teil 402 mit niederspannungsseitiger Verwendung eines NH-Sicherungseinsatzes der Betriebsklasse gTr 

Typ B

  • Primärseite Hochspannungs-HH-Sicherung, Sekundärseite NH gG (Standardlösung).
  • Schutzkonzept mit niederspannungsseitiger Verwendung einer SIBA NH-Sicherung der Betriebsklasse gG/gL
     

Typ C

  • Primärseite Hochspannungs-HH-Sicherung, Sekundärseite keine zentrale Sicherung.
  • Schutzkonzept ohne niederspannungsseitige Verwendung einer NH-Sicherung zum Überlastschutz des Transformators. Die einzelnen Kabelgänge werden mit einer SIBA NH-Sicherung der Betriebsklasse gG/gL abgesichert


Für einen schnellen Überblick:
Unsere Übersicht zeigt Ihnen die drei zentralen Schutzkonzepte für Netztransformatoren im direkten Vergleich - übersichtlich in einer kompakten Tabelle. Laden Sie das PDF herunter und erhalten Sie auf einen Blick alle relevanten Unterschiede der drei Typen A, B und C.

Schutzkonzepte im Vergleich

Die Lösung heißt ICS!

Die rasant steigende Zahl lokaler Einspeise- und Entnahmepunkte bei der Nutzung erneuerbarer Energien – durch Wasser-, Wind- und Solarkraftanlagen sowie Ladestationen und leistungsstarke Batteriespeichersysteme – führt zu stark wechselnden Lasten im Stromnetz.

Bei bestimmten elektrischen Komponenten, wie zum Beispiel HH-Sicherungen, können diese Lastwechsel eine vorzeitige Materialermüdung und damit verkürzte Wartungsintervalle und sogar Anlagenausfälle verursachen.

Wir erhöhen die Anlagenverfügbarkeit – mit Sicherungen, die dieser Belastung einfach standhalten. ICS®-Technologie für höhere Anlagensicherheit. Um die Beanspruchung effektiv abzusichern, hat SIBA HH-Sicherungen mit innovativer ICS®-Technologie (Increased Cyclic Stability) entwickelt. Sie sind mit einem neuartigen Schmelzelement ausgestattet, das die Wechsellaststabilität im Vergleich zu konventionellen Sicherungen signifikant erhöht. Durch seine spezielle Struktur kompensiert das ICS®-Schmelzelement selbst stark wechselnde thermische Belastungen und garantiert damit auch unter anspruchsvollen zyklischen Laststrombedingungen höchste Funktionssicherheit und Langlebigkeit. SIBA HH-Sicherungen mit ICS®-Technologie sind für Nennspannungen ab 6/12 kV und Nennströme ab 63 A lieferbar. 

Hier die wichtigsten Vorteile auf einen Blick:

  • Längere Inspektionsintervalle
  • Verlängerung der Lebensdauer
  • Geringere Inspektions- und Wartungskosten
  • Erhöhte Sicherheit vor Anlagenausfällen

Hochspannungs-Hochleistungs-Sicherungen mit ICS®-Technologie mit optimierter Wechsellaststabilität. Speziell entwickelt für den Einsatz mit erneuerbaren Energien. Eine Sicherungstechnik die dabei hilft, laufende Betriebskosten zu senken und die Anlagenverfügbarkeit zu verbessern.
 
 

Mit jahrzehntelanger Erfahrung und eigener Forschung und Entwicklung bietet SIBA schon heute ein umfangreiches Portfolio an Sicherungen für eine große Vielzahl von Anwendungen in der Welt von morgen. SIBA Sicherungen garantieren auch unter härtesten Einsatzbedingungen zuverlässigen Schutz auf höchstem Niveau.

Die SSK-Technik (LastSchalter-Sicherungs-Kombination) stellt eine spezialisierte Form der Hochspannungssicherung dar, die insbesondere für den Schutz von Netztransformatoren in Mittelspannungsnetzen entwickelt wurde. Ihr technischer Aufbau basiert auf einem robusten Keramik-Isolierrohr, das hohen Temperaturen und Innendrücken standhält, einer Quarzsandfüllung zur Lichtbogenlöschung sowie einem Schmelzleiter aus hochreinem Silber, der durch gezielte Engstellen ein schnelles und kontrolliertes Abschaltverhalten ermöglicht. Ein zentraler Bestandteil ist der temperaturbegrenzende Schlagstift, der bei Überhitzung auslöst und die Schaltanlage zur allpoligen Abschaltung triggert.

Für Anlagen- und Netzbetreiber ergeben sich aus der Anwendung der SSK-Technik zahlreiche Vorteile. Besonders hervorzuheben ist die hohe Betriebssicherheit durch die schnelle Fehlerstrombegrenzung, die Schäden effektiv verhindert. Die Sicherungen reagieren innerhalb weniger Millisekunden und reduzieren die Lichtbogenenergie auf ein Minimum. Gleichzeitig sorgt der temperaturbegrenzende Schlagstift dafür, dass auch thermische Überlastung erkannt und zuverlässig abgeschaltet wird – ein entscheidender Vorteil in gekapselten Schaltanlagen mit eingeschränkter Wärmeabfuhr.

Ein weiterer Nutzen liegt in der normgerechten Absicherung. SSK-Sicherungen erfüllen sowohl die Anforderungen der VDE 0670-402 für den Transformatorschutz als auch die Vorgaben der VDE 0671-105 für die Koordination mit Lastschalter-Sicherungs-Kombinationen. Sie ermöglichen eine sichere und selektive Staffelung zu nachgeschalteten Schutzorganen wie NH-Sicherungen, selbst bei schwierigen Netzparametern wie hoher Kurzschlussspannung oder kurzen Schalteröffnungszeiten.

Auch thermisch überzeugen SSK-Sicherungen durch ihre optimierten Eigenschaften. Sie weisen eine teils reduzierte Verlustleistung auf, was zu geringerer Erwärmung und damit zu einer längeren Lebensdauer der Komponenten führt. Da sie baugleich mit Standard-HH-Sicherungen sind, lassen sie sich problemlos nachrüsten und sind international anerkannt – viele Schaltanlagenhersteller führen sie bereits in ihren Empfehlungslisten.
Nicht zuletzt leisten SSK-Sicherungen auch einen Beitrag zum Umweltschutz. Sie sind vollständig recycelbar, und über das flächendeckende Rücknahmesystem des NH/HH-Recycling e.V. wurden bereits hunderte Tonnen Kupfer und mehrere Tonnen Silber zurückgewonnen. Dies spart nicht nur Ressourcen, sondern auch erhebliche Mengen an Energie und CO₂-Emissionen.

 

Zusammenfassend bietet die SSK-Technik eine leistungsstarke, normkonforme und umweltfreundliche Lösung für den Schutz elektrischer Betriebsmittel in Mittelspannungsnetzen. Sie vereint schnelle Abschaltung, thermische Überwachung, hohe Selektivität und einfache Integration in bestehende Systeme – und ist damit ein echter Gewinn für Anlagen- und Netzbetreiber:

  • Flinkere Kennlinie bei gleicher Bemessung.
  • Geringere Verlustleistung.
  • Für Fälle mit niedrigen Kurzschlussströmen oder hohen Anforderungen an Schalterkoordination.

Die Energiewende stellt die Energienetze Europas vor enorme Herausforderungen. Aus diesem Grund entwickeln wir als innovatives, in Deutschland produzierendes Unternehmen neue leistungsstarke Lösungen für die Zukunftssicherheit Ihrer Anlagen und Systeme. Mit der neuen COMPACT SIZE Produktlinie wurden die bewährten SIBA HH-Sicherungseinsätze bei identischen elektrischen Bemessungswerten und gleichem Stichmaß „e“ in einem kleineren Rohrdurchmesser qualifiziert. 

Das bietet eine ganze Reihe überzeugender Vorteile: 

  • Ressourcenschonung durch Einsparung von Metallen, Keramik und Sand
  • Reduzierter Logistikaufwand durch geringeres Einsatzgewicht und kompaktere Abmessungen
  • Identische Funktions- und Sicherheitsleistung
  • Einhaltung bestehender Normen - durch unabhängige Prüfinstitute nachgewiesen 

SIBA lässt sich vom unabhängigen, weltweit tätigen Prüflabor EcoVadis im Bereich Nachhaltigkeit einstufen. 2025 mit Bronze ausgezeichnet, gehört SIBA zu den besten 35 Prozent der aktuellen Bewertungsrunde. Zudem ist SIBA gemäß ISO 14001 zertifiziert (Umweltmanagement).

Folgende SIBA HH-Sicherungseinsätze COMPACT SIZE sind als neue Standardartikel lieferbar:

Im Fokus

Die Notwendigkeit von Spannungswandlern-Sicherungen – HHD-BV || HHZ-BV

Spannungswandler sind essenzielle Komponenten in Mittelspannungsnetzen, insbesondere in Messfeldern, in denen sie zur Erfassung elektrischer Größen wie Spannung und Leistung dienen. Ihre zuverlässige Funktion ist eine Grundvoraussetzung für die Netzüberwachung, Steuerung und Schutztechnik. Um diese empfindlichen Geräte vor den Auswirkungen elektrischer Fehler zu schützen, sind speziell entwickelte Spannungswandler-Sicherungen erforderlich.

Diese Sicherungen übernehmen die Aufgabe, Fehlerströme schnell und effektiv zu unterbrechen, bevor sie Schäden an den Spannungswandlern oder angrenzenden Netzkomponenten verursachen können. Besonders im Kurzschlussfall, bei dem konventionelle Schaltgeräte überfordert sind, bieten strombegrenzende Hochspannungssicherungen eine bewährte Lösung. Sie begrenzen die Fehlerenergie durch gezielte Lichtbogenlöschung mittels Quarzsandfüllung.

Normen, Funktion und nachhaltige Aspekte im Überblick

Die Auswahl geeigneter Sicherungen für Spannungswandler erfordert besondere Sorgfalt:
Die Bemessungsspannung muss mindestens der maximalen Betriebsspannung entsprechen, während der Bemessungsstrom möglichst niedrig gewählt wird, um ein schnelles Ansprechen im Fehlerfall zu gewährleisten. Gleichzeitig muss die Sicherung träge genug sein, um hohe Einschaltströme schadlos zu überstehen.
Normativ sind Spannungswandler-Sicherungen in der IEC 60282-1 und der VDE 0670 Teil 4 geregelt. Sie gelten als Teilbereichssicherungen, die ausschließlich für den Kurzschlussschutz vorgesehen sind. Ein Überlastschutz ist in der Regel nicht erforderlich, da Spannungswandler im Normalbetrieb nur geringe Ströme führen.
Neben dem technischen Schutzaspekt spielt auch die Nachhaltigkeit eine Rolle: Die Sicherungen enthalten wertvolle Materialien wie Kupfer und Silber, deren Rückgewinnung durch Recyclinginitiativen wie dem NH-HH-Recycling e.V. aktiv gefördert wird. So leisten Spannungswandler-Sicherungen nicht nur einen Beitrag zur Betriebssicherheit, sondern auch zum Umweltschutz.

Beitrag zur Netzstabilität und Fehlertrennung

Insgesamt sind Spannungswandler-Sicherungen ein unverzichtbarer Bestandteil moderner Energieverteilungsnetze. Sie gewährleisten die Fehlertrennung, schützen kritische Infrastruktur und ermöglichen eine hohe Netzverfügbarkeit – insbesondere in intelligenten Stromnetzen („Smart Grids“), in denen präzise Messung und schnelle Reaktion auf Fehler entscheidend sind. 

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Im Fokus

Absicherung von Leistungskondensatoren und Kondensatorbänken mit Hochspannungssicherungen HHA-BC

Kondensatorbänke sind ein zentraler Bestandteil moderner Energieverteilungssysteme. Sie dienen der Blindleistungskompensation, der Verbesserung des Leistungsfaktors und der Reduktion von Netzrückwirkungen durch Oberschwingungen. Ihre Integration in Mittelspannungsnetze erfordert ein durchdachtes Schutzkonzept, da Kondensatoren empfindlich auf elektrische Fehler reagieren und bei unkontrollierten Betriebszuständen erhebliche Schäden verursachen können.

Die Absicherung von Kondensatorbänken erfolgt in der Regel durch strombegrenzende Hochspannungssicherungen (HH-Sicherungen), die in Reihe mit dem Schaltgerät und den Kondensatoren geschaltet werden. Diese Sicherungen sind primär für den Schutz bei Kurzschlussfällen konzipiert, da kapazitive Stromkreise – insbesondere bei Einschaltvorgängen – extreme Stromspitzen erzeugen können. Einschaltströme von bis zu 100-fachem Nennstrom sind keine Seltenheit und stellen hohe Anforderungen an die Belastbarkeit und Trägheit der Sicherung.
 

Herausforderungen und Auswahlkriterien bei Kondensator-Sicherungen

Ein zentrales Problem bei der Absicherung kapazitiver Lasten ist, dass die VDE-Normen (z. B. VDE 0636) primär für induktive Stromkreise ausgelegt sind. Kapazitive Ströme mit Leistungsfaktoren unter 0,1 sind darin nicht berücksichtigt. 

Dennoch hat sich in der Praxis der Einsatz von Sicherungen für Kondensatoranwendungen etabliert – vorausgesetzt, bestimmte Regeln werden beachtet. So darf eine Sicherung niemals unter dem Einfluss kapazitiver Ströme auslösen, da dies zu Rückzündungen und Zerstörung führen kann.

Der eigentliche Überlastschutz der Kondensatoren erfolgt über im Kondensator eingebaute mechanische Abrisssicherungen, während die HH-Sicherung ausschließlich für den Schutz bei inneren Kurzschlüssen oder externen Fehlern zuständig ist.

Die Auswahl der richtigen Sicherung hängt von mehreren Faktoren ab: 

  • Die Bemessungsspannung muss über der maximalen Spannung liegen, die nach einer Abschaltung an den Sicherungskappen auftreten kann – oft bis zum 2,5-fachen der Betriebsspannung. 
  • Der Bemessungsstrom sollte mindestens das 1,6- bis 2-fache des Kondensatorbetriebsstroms betragen, um Einschaltströme und Oberschwingungen schadlos zu überstehen.
     

Schutzkonzepte im Vergleich

Schutzkonzepte für Kondensatorbänke im internationalen Vergleich

  • In Europa ist die Schutzphilosophie geprägt durch den Einsatz von Mittelspannungskondensatoren mit integrierten Sicherungen zur Abtrennung fehlerhafter Stränge sowie durch Sammelschienenschutz mit Teilbereichssicherungen. 
  • In Nordamerika hingegen dominiert das Konzept des „Individual Fusing“, bei dem jeder Kondensator eine eigene externe Sicherung erhält. Für diese Anwendung sind Ganzbereichssicherungen besonders geeignet, da sie auch Überlastströme sicher abschalten können. Alternativ kommen HH-Sicherungen mit temperaturbegrenzendem Schlagstift zum Einsatz, die bei thermischer Überlast ein mechanisches Signal erzeugen und über einen Hilfsschalter das Hauptschaltgerät zur Abschaltung veranlassen.
     

Die Absicherung von Kondensatorbänken ist somit ein komplexes Zusammenspiel aus elektrischer Charakteristik, thermischer Belastbarkeit, Netzkonfiguration und normativer Vorgabe. Eine sorgfältige Auswahl und Abstimmung der Sicherung ist entscheidend für die Betriebssicherheit, die Lebensdauer der Anlage und den Schutz vor Folgeschäden.
 

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Im Fokus

Niederspannungs-Hochleistungs-Sicherungen (NH) - Zuverlässiger Schutz für Netz und Anlage

NH-Sicherungen (Niederspannungs-Hochleistungs-Sicherungen) sind unverzichtbare Schutzorgane in elektrischen Anlagen. Sie gewährleisten die sichere Abschaltung bei Überlast und Kurzschluss und verhindern so teure Ausfallzeiten, Schäden an Betriebsmitteln und Gefährdungen für Menschen. 

Mit einem Ausschaltvermögen von über 120 kA decken NH-Sicherungen alle im Niederspannungsnetz auftretenden Kurzschlussströme ab – eine Sicherheit, die auf physikalisch bewährten Prinzipien beruht.

Robuste Technik und hohe Flexibilität

Ihre einfache, robuste Konstruktion und die hohe Zuverlässigkeit machen NH-Sicherungen zu unverzichtbaren Konstanten  im Stromkreisschutz. 

Sie sind:

  • modular aufgebaut
  • in allen gängigen Baugrößen (NH000 bis NH 4a) verfügbar
  • für zahlreiche Betriebsklassen genormt

Damit eignen sie sich für unterschiedlichste Anwendungen – von der Energieverteilung bis zum Schutz sensibler Elektronik.

Warum NH-Sicherungen?

Sie bieten nicht nur Schutz für Ihre Anlagen, sondern auch für Menschen. Mit ihrer hohen Schaltleistung, der einfachen Handhabung und der Möglichkeit zur Integration in intelligente Systeme sind NH-Sicherungen die erste Wahl für sichere und effiziente Energieverteilung.

 

Weiter zu den Einsatzgebieten

Typische Einsatzgebiete von NH-Sicherungen

NH-Sicherungen sind vielseitig einsetzbar und decken ein breites Spektrum an Schutzaufgaben ab: 

  • Kabel- und Leitungsschutz: Ganzbereichssicherungen für allgemeine Anwendungen, angepasst an die Belastbarkeit isolierter Leiter.
  • Transformatorenschutz: Spezielle Kennlinien für optimale Auslastung von Verteilungsnetztransformatoren. Schalten den 1,5-fachen Bemessungsstrom innerhalb von 2 Stunden ab.
  • Motorstromkreise: Teilbereichssicherungen für den Kurzschlussschutz von Motoren und Schaltgeräten. Hohe Schaltleistung bei minimalen Durchlassströmen.
  • Halbleiterschutz: Superflinke Sicherungen für empfindliche Leistungshalbleiter. Minimale I²t-Werte und schnelle Abschaltung.
  • Sonderanwendungen: Batterieschutz in USV-Anlagen, Kondensatorschutz in Kompensationsanlagen, Bergbauanlagen (gB), Gleichstromkreise.
Betriebsklassen und ihre Charakteristik

Die Betriebsklasse definiert den Ausschaltbereich und die Anwendung wie folgt

  • gG – Ganzbereichssicherung für allgemeine Anwendungen (Leitungen, Kabel)
  • aM – Teilbereichssicherung für Motorstromkreise (nur Kurzschluss-Schutz)
  • gTr – Ganzbereichssicherung für Transformatoren, Bemessung in kVA
  • gB – Sicherungen für Bergbauanlagen unter Tage
     

Niederspannungs-Hochleistungs-Sicherungen (NH)

Experten-Tipp

Praktisches Vorgehen bei der Auswahl einer HH-Sicherung

  • Netzspannung und Betriebsstrom bestimmen
  • Einschalt- und Kurzschlussströme berücksichtigen
    • Einschaltstrom: 6–20× Nennstrom für ca. 0,1 s
    • Kurzschlussstrom: aus Kurzschlussspannung berechnen (z. B. bei uₖ = 4 % → Iₖ = 25× Nennstrom).
  • Sicherung muss Einschaltstrom überstehen und Kurzschlussstrom innerhalb von 2 s abschalten
  • Sicherungstyp wählen: Teil-, Viel- oder Ganzbereich (Verlinkung zur jeweiligen Erläuterung hilfreich Auf der Website platziert oder einfacher Download)
  • Zeit/Strom-Kennlinie auf Selektivität und thermische Belastung prüfen
  • Einbauumgebung berücksichtigen. Derating aufgrund Kapselung notwendig?
  • Optional: Benötige ich einen temperaturbegrenzenden Schlagstift? Brauche ich ein SSK- und/oder ICS-Typ?Einschalt- und Kurzschlussströme berücksichtigen
 

Ansprechpartner

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